Herzlich willkommen

Denkmäler sind Zeichen, die zum Denken anregen. Manche wurden extra zu diesem Zweck gebaut, andere haben sich erst später als historisches Erzeugnis dazu entwickelt. Denkmalschutz trägt so nicht nur zu einer schönen, anregenden und vielfältigen Umwelt, sondern auch zur ästhetischen Erziehung, historischem Bewusstsein und damit zur vertieften Lebensqualität bei.

Denkmal des Monats

Zum Jubiläumsjahr „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ hat der Vorstand des Denkmalvereins den Jüdischen Friedhof in Warburg als Denkmal des Monats Oktober ausgewählt. Hierzu hatte es bereits am 28. September 2021 eine öffentliche und sehr gut besuchte Führung des Landesamtes für Denkmalpflege beim LWL gegeben, bei der über die Geschichte des Friedhofes und derzeit laufende Erhaltungs- und Restaurierungsmaßnahmen berichtet wurde.

Der Jüdische Friedhof befindet sich in der Nähe des Sackturms am Emil Herz-Platz und am Burggraben. Er wurde am 3. Mai 1985 in die Liste der Baudenkmäler in Warburg eingetragen. Auf dem Friedhof sind 285 Grabsteine erhalten.

Geschichte

Alter jüdischer Friedhof (1687–1828)

Die Geschichte der jüdischen Gemeinde Warburg geht bis mindestens in das 16. Jahrhundert zurück. Da sie keinen Grundbesitz erwerben konnte und Bestattungen im Stadtgebiet nicht erlaubt waren, pachtete sie zunächst ein Grundstück am Mollhauser Graben nordwestlich der Neustädter Stadtmauer zur Anlage eines eigenen Friedhofes. Dieser Friedhof, der von 1687 bis etwa 1828 belegt wurde, wurde in den Jahren 1758, 1772 und 1796 erweitert. Die Fläche wurde zu der Zeit und auch noch danach „Judengraben“ genannt. Heute befinden sich dort keine Grabsteine mehr.

Neuer jüdischer Friedhof (1820 bis heute)

Nach der Übernahme des ehemaligen Hochstift Paderborn durch Preußen und dem Preußisches Judenedikt von 1812 nutzte die jüdische Gemeinde die Gelegenheit, einen eigenen Friedhof anzulegen. Hierzu erwarb sie um 1820 ein großes und fast ebenes Grundstück am Burggraben, das wieder direkt an die Stadtmauer, hier die ehemalige Burgmauer, grenzte. Gleichzeitig legte die Stadt auf dem ihr gehörenden ehemaligen Burggelände einen neuen städtischen Friedhof an, den Burgfriedhof, so dass beide Friedhöfe, nur durch eine Mauer getrennt, direkt nebeneinander liegen. Der jüdische Friedhof wurde von etwa 1828/30 bis 1971 mit über 400 Grabstellen belegt.

Während der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wurden, besonders während der Novemberpogrome 1938, die meisten Grabsteine umgestürzt und viele dabei sehr stark beschädigt. Im September 1945 verlasste die amerikanische Militärregierung die Wiedererrichtung durch Warburger Jugendliche und den Bau eines Mahnmales zum Gedenken an die Opfer.

1994-95 wurde an der Eingangsmauer eine bronzene Erinnerungstafel mit den Namen der aus dem Warburger Stadtgebiet deportierten jüdischen Bürgerinnen und Bürger angebracht.

Heute gehört der jüdische Friedhof mit seinen knapp 300 Steinen zu den bedeutendsten Anlagen ihrer Art in Westfalen. Trotz der Verwüstungen und Verwahrlosungen hat sich eine große Anzahl historischer Grabmale erhalten, die eine nachhaltige Erinnerung an die jahrhundertelange Teilhabe jüdischer Familien in der Geschichte Warburgs bieten.

Grabstellen und Gedenksteine bedeutender Personen und Familien

Quellen und Weblinks

Denkmalliste bei Wikipedia

Die Liste aller Baudenkmäler der Stadt Warburg bei Wikipedia wird durch uns ständig aktualisiert und kann auch von Ihnen zum Beispiel durch Einzelartikel über Baudenkmäler weiter ausgebaut werden. Besonders würden wir uns über Ihre Fotos von bisher noch nicht mit einem Bild versehenen Denkmälern in der Liste freuen, die einfach bei Wikimedia Commons hochgeladen werden oder uns zur Verfügung gestellt werden können. Der Name des Fotografen würde selbstverständlich in Veröffentlichungen genannt.

Wir freuen uns jedenfalls über Ihr Interesse und laden Sie herzlich zu unseren Veranstaltungen, Versammlungen, zur Mitgliedschaft und zu eigenen Forschungen ein!

Elmar Nolte

(Vorstandsmitglied)